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Medienzeit mit Kindern regeln, ohne jeden Abend zu verhandeln

Es ist 19:40 Uhr. „Nur noch diese Folge.“ Ihr sagt Nein, euer Kind sagt, gestern ging es doch auch. Und es hat recht: Gestern ging es, weil ihr müde wart.

Das Problem ist selten die Menge an Medienzeit. Das Problem ist, dass die Regel jeden Abend neu entsteht, und zwar genau dann, wenn alle am wenigsten Geduld haben.

Warum Regeln im Moment scheitern

Eine Regel, die im Streit entsteht, fühlt sich für ein Kind nicht wie eine Regel an, sondern wie eine Laune. Dazu kommt:

Nicht die Härte macht den Unterschied, sondern der Zeitpunkt. Vorher vereinbart, ist eine Konsequenz eine Regel. Spontan im Streit verhängt, ist dieselbe Konsequenz eine Strafe.

Drei Dinge, die vorher geklärt sein sollten

1. Was ist Grundausstattung, was ist verdient? Viele Familien trennen Medienzeit in zwei Teile: eine feste Zeit, die einfach dazugehört, und zusätzliche Zeit, die sich ein Kind mit freiwilligen Aufgaben verdienen kann. Die feste Zeit steht nicht zur Verhandlung. Die zusätzliche ist ein Angebot, keine Pflicht.

2. Was passiert, wenn eine Pflicht liegen bleibt? Das muss vorher feststehen, nicht im Moment. „Wenn die Hausaufgaben bis 18 Uhr nicht fertig sind, gibt es heute keine zusätzliche Zeit“ ist eine Abmachung. Ob sie streng oder großzügig ist, entscheidet ihr. Wichtig ist nur, dass euer Kind sie kennt, bevor der Tag beginnt.

3. Wann wird über die Regel gesprochen? Nicht dann, wenn sie greift. Ein fester Termin, zum Beispiel sonntags, an dem die neue Woche besprochen wird, nimmt den Diskussionen unter der Woche die Luft. „Das besprechen wir am Sonntag“ ist ein vollständiger Satz.

Warum Kinder mitreden sollten

Ab etwa neun Jahren wollen Kinder nicht mehr nur hören, was gilt. Sie wollen verstehen, warum, und sie wollen gefragt werden. Das ist kein Machtverlust für Eltern. Eine Regel, der ein Kind zugestimmt hat, muss es nicht jeden Abend neu anfechten.

Mitreden heißt nicht, dass das Kind entscheidet. Es heißt: Es sieht die Regel, bevor sie gilt, und kann begründet widersprechen. Ihr entscheidet dann, ob der Einwand trägt.

Eine einfache Woche zum Ausprobieren

Das funktioniert mit einem Zettel am Kühlschrank.

Und wenn der Zettel nicht reicht

Rulyo ist eine App für Eltern und Kinder zwischen neun und sechzehn, die den Kern dieser Woche übernimmt: vorher vereinbaren, zustimmen oder widersprechen, und Folgen, die alle kennen. Ihr legt die Woche an, euer Kind stimmt zu oder widerspricht, und danach steht sie. Freiwillige Aufgaben bringen Coins, die euer Kind für Dinge einlösen kann, die ihr vorher festgelegt habt, zum Beispiel eine Folge extra. Legt ihr bei einer Pflicht fest, dass sie den Shop sperrt, bleibt er zu, wenn sie zur Frist nicht erledigt ist, und dabei steht, warum. Die Medienzeit selbst zählt Rulyo nicht mit; wie viel es gibt, bleibt eure Abmachung.

Rulyo startet gerade mit wenigen Familien. Schreibt uns, wenn ihr dabei sein möchtet.